Home Assistant & Tibber: Stabiler Strompreis trotz API-Ausfällen (Fix für unavailable Sensoren)
30, MarHome Assistant & Tibber: Stabiler Strompreis trotz API-Ausfällen (Fix für unavailable Sensoren)
⚠️ Das Problem in der Praxis
Ich nutze Tibber schon eine weile in meinem Home Assistant. Und nach und nach kommen mehr Automationen dazu die den Dynamischen Tibber Strompreis als trigger nutzen.
In der Theorie liefert Tibber kontinuierlich aktuelle Strompreise.
In der Praxis sieht es leider etwas anders aus:
- sporadische API-Aussetzer (
504 Gateway Timeout) - unerwartete Antworten statt gültiger Daten
- Sensor springt kurzfristig auf
unavailableoderunknown
Diese Ausfälle dauern oft nur Sekunden oder Minuten – aber genau das ist das Problem.
💥 Warum das kritisch ist
Viele Automationen basieren direkt auf dem aktuellen Strompreis, zum Beispiel:
wenn Preis < 0.25 → Gerät einschalten
wenn Preis > 0.35 → Gerät ausschalten
Sobald der Sensor aber kurzzeitig keinen gültigen Wert liefert, passiert je nach Umsetzung Folgendes:
❌ Automationen stoppen komplett
❌ Bedingungen greifen nicht mehr
❌ Werte werden als 0 interpretiert (je nach Template)
❌ Geräte schalten falsch oder gar nicht
Gerade bei Systemen, die aktiv steuern (wie z.B. meiner Heizungssteuerung mittels Speicher und Strompreis), kann das schnell zu falschen Entscheidungen führen.
🧠 Das eigentliche Kernproblem
👉 Nicht der Strompreis ist das Problem
👉 Sondern die fehlende Stabilität der Datenquelle
Ein Sensor, der gelegentlich „verschwindet“, ist für Automationen deutlich problematischer als ein leicht ungenauer Wert.
Denn:
Ein falscher Wert kann gefiltert werden
Ein fehlender Wert bringt die Logik komplett zum Stillstand
🎯 Ziel der Lösung
Ich wollte deshalb einen Sensor bauen, der sich so verhält:
📈 aktuelle Preise werden normal übernommen
🧱 bei Ausfällen bleibt der letzte gültige Wert erhalten
🔄 sobald neue Daten kommen, wird automatisch aktualisiert
👉 Also im Prinzip ein „gepufferter“ Strompreis
Inhalt
Inhaltsverzeichnis
💡 Grundidee
Die Lösung ist erstaunlich einfach:
👉 Wir merken uns einfach den letzten funktionierenden Wert
Und genau daraus bauen wir einen stabilen Sensor, der:
✅ immer einen gültigen Wert hat
🔄 sich automatisch aktualisiert
🧱 API-Ausfälle sauber abfedert
💡 Lösung: „letzten gültigen Wert behalten“
Die Idee ist simpel, aber extrem effektiv:
👉 Wenn der Preis gültig ist → speichern
👉 Wenn er unavailable wird → letzten Wert behalten
⚙️ Umsetzung in Home Assistant
1. Helper als Speicher
Wir legen einen Helfer an, der den letzten gültigen Preis speichert:
input_number:
tibber_last_price:
name: Tibber Last Price
min: -1
max: 1
step: 0.0001
Warum negativ?
👉 Strompreise können tatsächlich negativ werden (z. B. bei hoher Einspeisung)
Deshalb:
min: -1 → sicherer Bereich
verhindert falsches Abschneiden
2. Automation (intelligentes Speichern)
Diese Automation speichert den Preis:
alle 15 Minuten
UND bei Änderungen
aber nur wenn er gültig ist
alias: Tibber Preis speichern (smart)
trigger:
- platform: time_pattern
minutes: "/15"
- platform: state
entity_id: sensor.schumis_strompreis
condition:
- condition: template
value_template: >
{{ states('sensor.schumis_strompreis') not in ['unknown', 'unavailable', '', none] }}
action:
- service: input_number.set_value
target:
entity_id: input_number.tibber_last_price
data:
value: "{{ states('sensor.schumis_strompreis') | float }}"
mode: single
🧠 Warum diese Kombination?
Trigger Zweck
time_pattern Backup alle 15 Minuten
state sofortige Updates bei Rückkehr der API
👉 Ergebnis:
keine Lücken
keine Verzögerung
maximale Stabilität
3. Stabiler Template-Sensor
Jetzt bauen wir den eigentlichen „smarten“ Preis:
template:
- sensor:
- name: "Tibber Preis stabil"
unit_of_measurement: "€/kWh"
state: >
{% if states('sensor.schumis_strompreis') not in ['unknown', 'unavailable', '', none] %}
{{ states('sensor.schumis_strompreis') }}
{% else %}
{{ states('input_number.tibber_last_price') }}
{% endif %}
🔁 Ergebnis
Du bekommst einen neuen Sensor:
👉 sensor.tibber_preis_stabil
Verhalten im Alltag
Situation Ergebnis
API funktioniert Live-Preis
API fällt aus letzter Wert bleibt
API kommt zurück sofort aktualisiert
📊 Vorteil im System
Alle Automationen greifen jetzt auf:
sensor.tibber_preis_stabil
👉 statt direkt auf Tibber
🔥 Das bringt dir konkret
keine falschen Schaltungen mehr
keine „0€-Fehler“
stabil laufende Automationen
bessere Entscheidungslogik
⚠️ Typische Fehler
falscher Sensorname
Helper nicht angelegt
kein Neustart nach Template
negativer Preis nicht erlaubt
⚡ Infos zu Tibber
Tibber ist ein Anbieter für dynamische Stromtarife, bei dem sich der Preis direkt am Energiemarkt orientiert – und genau das ist der entscheidende Unterschied zu klassischen Stromverträgen.
🧠 Wie entsteht der Strompreis überhaupt?
Strom wird nicht einfach „festgelegt“, sondern tatsächlich an einer Börse gehandelt – ähnlich wie Aktien.
👉 In Europa passiert das hauptsächlich an der sogenannten Strombörse (EPEX Spot).
Dort wird für jede Viertelstunde festgelegt:
➡️ Wie viel Strom wird benötigt?
➡️ Wie viel Strom ist verfügbar?
Der Preis ergibt sich dann ganz klassisch aus:
👉 Angebot und Nachfrage
⚙️ Der sogenannte Day-Ahead-Markt
Ein zentraler Punkt bei Tibber ist der sogenannte Day-Ahead-Markt:
👉 Hier werden die Strompreise für den nächsten Tag im Voraus festgelegt
Das bedeutet konkret:
- Heute (z. B. 14 Uhr) werden die Preise für morgen berechnet
- Diese gelten dann für jede einzelne Viertelstunde
- Du kannst sie also vorher sehen und darauf reagieren
⚡ Warum schwankt der Preis so stark?
Der Strompreis ist extrem dynamisch, weil Strom:
👉 nicht sinnvoll gespeichert werden kann
➡️ Es muss immer genau so viel produziert wie verbraucht werden
Typische Einflussfaktoren:
☀️ Viel erneuerbare Energie (Wind / Sonne)
→ Strom sehr günstig oder sogar negativ
🌆 Hohe Nachfrage (abends)
→ Strom teuer
🌬️ Wetteränderungen
→ starke Preisschwankungen innerhalb kurzer Zeit
🔋 Warum gibt es negative Strompreise?
Das klingt erstmal absurd, ist aber logisch:
👉 Wenn zu viel Strom im Netz ist, muss er „weg“
In solchen Fällen:
➡️ zahlen Produzenten teilweise dafür, dass jemand den Strom abnimmt
➡️ der Preis wird negativ
💰 Wie setzt sich dein Preis bei Tibber zusammen?
Der Preis, den du siehst, besteht aus:
- Börsenstrompreis (variabel)
- Netzentgelte
- Steuern & Abgaben
- kleine fixe Gebühr
👉 Der entscheidende Punkt:
Tibber gibt den Börsenpreis nahezu direkt weiter
🔄 Was bedeutet das für dich?
Du zahlst also:
👉 immer den aktuellen Marktpreis
→ alle 15 Minuten aktualisiert
Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten:
- Strom gezielt dann nutzen, wenn er günstig ist
- Automationen darauf reagieren lassen
- aktiv Kosten beeinflussen
💡 Warum das erst mit Home Assistant richtig sinnvoll wird
Ohne Automatisierung:
👉 musst du selbst schauen, wann Strom günstig ist
Mit Automatisierungen und der Home Assistanten Integration
👉 übernimmt das dein System für dich
🎁 Anmeldung (Referral)
Falls du das Ganze selbst ausprobieren möchtest:
👉 https://invite.tibber.com/1bnucm7r *
(Du bekommst in der Regel einen Bonus – ich übrigens auch 🙂)
🧠 Fazit zu Tibber
Tibber ist kein klassischer Stromanbieter, sondern eher:
👉 eine Schnittstelle zum Energiemarkt
Du bekommst:
- volle Transparenz
- dynamische Preise
- echte Steuerungsmöglichkeiten
👉 und genau deshalb lohnt sich der Aufwand mit Automationen wie in diesem Artikel.
🧠 Wichtig zu wissen
Ein dynamischer Tarif lohnt sich besonders, wenn:
du deinen Verbrauch etwas steuern kannst
du größere Verbraucher hast (z. B. Heizung, Auto, Speicher)
oder bereits ein Smart Home nutzt
👉 Ohne Automatisierung ist der Effekt eher gering –
👉 mit System (wie hier gezeigt) kann man aber richtig optimieren.
🚀 Erweiterungsmöglichkeiten
Mit einem stabilen Preis-Sensor kannst du jetzt deutlich mehr machen:
🔋 Geräte nur bei günstigem Strom starten
⚡ gezielt bei negativen Preisen laden
📅 günstigste Stunden automatisch nutzen
📊 Kosten korrekt berechnen
🧠 Fazit
Das Problem liegt nicht in deiner Logik – sondern in der Realität:
👉 APIs sind nicht immer stabil
Mit dieser kleinen Erweiterung bekommst du:
ein deutlich robusteres System
saubere Entscheidungsgrundlagen
zuverlässige Automationen
Und das Ganze mit minimalem Aufwand.
👉 Für mich war das einer der wichtigsten „Stabilitäts-Fixes“ im gesamten Setup.
🔭 Ausblick
Im nächsten Schritt lässt sich darauf perfekt aufbauen:
automatische Auswahl der günstigsten Zeitfenster
Kombination mit PV und Batteriespeicher
vollständige Energieoptimierung
Damit wird aus einem einfachen Preis-Sensor ein echtes Energiemanagement-System.